Coaching als Führungsstil – Teil 1

09.12.2025 | Leadership

Die meisten Manager lieben GROW – bis sie plötzlich mit einem Affen auf der Schulter dasitzen. 🐒😉

Auf meinem Foto sieht man ihn deutlich. In vielen Coachings ist er unsichtbar – aber genau so schwer.
Warum? Weil Führungskräfte, die coachen wollen, (zu) schnell anfangen, für ihre Leute zu denken, zu strukturieren, zu lösen.

Heute drei ganz konkrete Tipps, wie Du Dir beim Einsatz von Coaching als Führungsinstrument keinen Affen auf die Schulter setzen lässt – entlang des GROW-Modells:

🔧  Kurz zu GROW

G – Goal, R – Reality, O – Options, W – Will
Einfach, schnell zu lernen, enorm wirksam im Führungsalltag.
👉 Wer GROW (noch) nicht kennt: Hier das versprochene Erklär-Schaubild.

Weitere Details folgen die nächsten Wochen. 

Gerade weil es so effizient ist, fühlen sich Manager damit schnell sehr wohl – und tappen dann in typische Fallen.

🐒 Situation 1 – GOAL: Du formulierst das Ziel

Der*die Coachee kann sein/ihr Ziel nicht klar formulieren.
Du hilfst „mal kurz“ nach:

„Also, ich würde das Ziel so formulieren… einverstanden?“

Der*die Coachee nickt.
🎯 Ergebnis: ein schönes, aber nicht wirksames Ziel. Es ist Dein Ziel, nicht seins/ihrs.
Am Ende, wenn es um Verbindlichkeit und Willen geht, ist da zu wenig Energie.

👉 So vermeidest Du den Affen auf Deiner Schulter:

  • Stell Nachfragen statt Formulierungen: „Woran würdest Du merken, dass Du Dein Ziel erreicht hast?“
  • Halte Stille aus – nicht sofort „retten“.
  • Lass den*die Coachee den finalen Satz selbst formulieren und mitschreiben.

🐒 Situation 2 – REALITY: Du beschreibst die Realität

In der Reality-Phase ist der*die Coachee gefordert, die Situation genau zu beschreiben. Das ist anstrengend.
Oft kommt nach ein paar Sätzen:

„Mehr fällt mir gerade nicht ein…“

Und dann der Blick zu Dir.
Du springst ein, beschreibst, ergänzt, analysierst.
Der Affe rutscht elegant auf Deine Schulter.

👉 So vermeidest Du den Affen auf Deiner Schulter:

  • Frag konkret weiter: „Was noch?“, „Wer ist noch betroffen?“, „Was hast Du schon versucht?“
  • Wenn nichts mehr kommt: „Wenn Dir morgen noch etwas einfällt – was könnte das sein?“
  • Lass den*die Coachee Stichworte mitschreiben – Verantwortung bleibt dort, wo sie hingehört.

Je genauer die Realität beschrieben ist, desto mehr handfeste Optionen werden später möglich.

🐒 Situation 3 – OPTIONS: Du lieferst die Ideen

Klassischer Satz in dieser Phase:

„Haben Sie nicht eine Idee für mich?“

Und schon bist Du im Lösungsmodus. Du lieferst Vorschläge, während der*die Coachee sich innerlich zurücklehnen kann.
Später werden viele dieser Optionen als „nicht passend“ abgelehnt – kein Wunder, sie kamen ja von Dir.

👉 So vermeidest Du den Affen auf Deiner Schulter:

  • Starte mit: „Lass uns erst alles sammeln, was Dir einfällt – egal, wie unrealistisch.“
  • Wenn wirklich gar nichts kommt: „Wenn Du jemanden beobachten würdest, der das gut kann – was würde der tun?“
  • Erst ganz am Ende, wenn viele Optionen auf dem Tisch liegen, kannst Du anbieten: „Magst Du noch 1–2 Ideen von mir hören?“ – aber Coachee wählt.

Fazit

Coaching als Führungsinstrument ist stark – wenn die Verantwortung beim Mitarbeitenden bleibt.
Immer, wenn Du merkst, dass Du formulierst, beschreibst oder löst, frag Dich:

Coaching als Führungsinstrument ist stark – wenn die Verantwortung beim Mitarbeitenden bleibt.
Immer, wenn Du merkst, dass Du formulierst, beschreibst oder löst, frag Dich:

„Sitze ich gerade mit einem Affen auf der Schulter – oder arbeitet mein Coachee?“ 🐒